Veröffentlicht am 28. Feb 2021

Salate – Das ganze Jahr über im eigenen Garten ernten

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Knackige, zarte, leckere Salate im eigenen Garten ernten, welcher Gärtner wünscht sich das nicht? Salate gehören in Selbstversorger- und Hobbygärten zu den beliebtesten Gemüsearten überhaupt und doch wagen sich viele Gärtnerinnen und Gärtner häufig nur an den Anbau im Frühling und Frühsommer.

Wie ich von Januar bis Dezember frische Salate aus dem eigenen Garten ernte, möchte ich in diesem Beitrag zeigen.

Allgemeines über Salate

Salate sind an sich eine relativ unkomplizierte Kultur. Die meisten Salate werden etwa vier bis sechs Wochen vor der Pflanzung in kleinen Anzuchttöpfen ausgesät und können dann auf’s Beet. Wichtig ist es immer, Salate nie austrocknen zu lassen, ein tägliches wässern ist besonders im Sommer notwendig. Dünger benötigen Salate nicht viel, bei gutem Gartenboden kann direkt gepflanzt werden, ansonsten etwas Kompost oder Universaldünger verwenden. Der Standort solle sonnig sein, ein paar schattige Stunden schaden aber besonders im Sommer auch nicht. Schädlinge sind vor Allem Schnecken und Blattläuse, letztere mögen rote Salatsorten aber deutlich weniger als grüne, in Gärten, wo viele Blattläuse vorkommen empfehle ich also eher auf rote Sorten zu setzen.

Das Frühjahr – April, Mai und Juni

Der wohl wichtigste Faktor bei der ganzjährigen Salaternte ist die Sortenwahl. Zu keiner Jahreszeit ist die Sortenvielfalt beim Salat so groß, wie im Frühjahr. Kopfsalate, Pflücksalate, Schnittsalate, Asiasalate, Eissalate und viele Andere bieten sich für diesen Anbauzeitraum an. Wer schon im April Salate ernten will, muss früh anfangen, am besten im Gewächshaus oder Frühbeet. Meine erste Salaternte des Jahres ist meistens Anfang April im Gewächshaus. Hierzu säe ich Anfang/Mitte Februar Babyleafsalate, die dann schon nach weniger als zwei Monaten die ersten Ernten hervorbringen. Somit sind die ersten April Wochen schonmal sehr gut abgedeckt, bevor es Ende April die ersten Ernten im Freiland gibt. Ab etwa Mitte März können Kopf- und Pflücksalate in’s Freiland gesetzt werden, dazu säe ich etwa Mitte Januar im Haus aus. Die Ernte erstreckt sich dann von Ende April bis Ende Mai, meine Lieblingssorten für diesen Zeitraum sind Lidetta, Lollo Rossa und Lollo Bionda.

Für die Ernte im Juni setze ich auf die Pflücksalatsorten Australischer Gelber und Hussarde, den Kopfsalat Kagraner Sommer und den Eissalat Great Lakes. All diese Sorten säe ich zwischen Mitte Februar und Anfang März aus und pflanze sie dann im April. Ebenfalls sehr empfehlenswert für die Frühjahrsernte sind Eichblatt- oder Bataviasalate.

Der Sommer – Juli, August und September

Der Sommer ist die Zeit der Romanasalate. Die meisten Salatsorten, die im Frühling und Herbst sehr gut wachsen vertragen Blüte. Anders ist das bei den Romanasalaten, oder auch Römersalate genannt, die ich von Ende Mai bis Ende Juli setze. Sie wachsen sehr schnell und sind oft schon etwa 8 – 10 Wochen nach der Aussaat erntereif, Temperaturen von bis zu 40°C werden bei ausreichender Wässerung problemlos vertragen. Meine absoluten Lieblingssorten für den Sommeranbau sind die Mini-Romanasalate Attico und Gohar, aber auch die etwas größere Sorte Corbana hat sich bei mir seit Jahren bewährt. Ernten sollte man im Sommer unbedingt in den Morgenstunden. Romanasalate sind sehr einfach in der Zubereitung, einfach die äußeren Blätter entfernen und dann die leicht länglichen Salate in Streifen schneiden und einmal kurz durchwaschen. Um regelmäßig ernten zu können empfiehlt sich eine Aussaat von Ende April bis Anfang Juli alle zwei bis drei Wochen und die Pflanzung dann etwa einen Monat nach der Aussaat. Im Sommer sollte die Pflanzung bei sonnigem Wetter am besten in den kühleren Abendstunden erfolgen, oder wenn möglich, an einem bewölkten oder sogar verregneten Tag.

Der Herbst – Oktober, November und Dezember

Im Herbst wird die Sortenvielfalt wieder größer. Die klassischen Herbstsalate in meinem Garten sind Endiviensalate, die ich Mitte Juli und Mitte August säe und dann wieder einen Monat später pflanze. Alleine damit habe ich eine Ernte von Oktober bis Dezember, aber auch Kopfsalate kommen bei mir ab Mitte August wieder auf die Beete wie zum Beispiel die Sorten Wunder von Stuttgart oder Roxy, die dann im Oktober geerntet werden. Zuckerhutsalate säe, pflanze und ernte ich etwa zeitgleich mit den Endivien und auch die ersten Feldsalate werden gesät und etwa ab Anfang Oktober geerntet. Mitte September säe ich auch nochmal Schnittsalate in’s Freiland, die dann im November beerntet werden.

Übrigens, Endiviensalat schmeckt milder, wenn er Frost abbekommen hat, deswegen schmecken mir die späteren Endivien auch besser, als die früheren. Um die Bitterstoffe etwas herauszubekommen lege ich ihn im Herbst, wenn er noch keinen Frost abbekommen hat, immer nach dem Waschen nochmal für etwa 10 Minuten in lauwarmes Wasser mit einem Schuss Milch und einer Prise Salz.

Der Winter – Januar, Februar und März

Wer im Winter Salat ernten will muss im Herbst säen und pflanzen. Der Klassiker im Winter ist der Feldsalat, ich säe ihn zwischen Anfang August und Ende Oktober direkt in’s Beet und kann dann, je nach Aussaatzeitpunkt, zwischen Anfang Oktober und Ende März ernten. Feldsalat ist aber nicht der einzige Salat für diese Monate. Winterkopfsalate werden Anfang Oktober, etwa sechs Wochen nach der Aussaat,  gepflanzt und bleiben den ganzen Winter über auf dem Beet oder im Gewächshaus stehen, bis sie dann mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen richtig zu wachsen beginnen und im März bis in den April hinein geerntet werden können. Meine Lieblingssorten hierbei sind John und Baquieu.

Asiasalate – Eine tolle Ergänzung für jeden gemischten Salat

Mittlerweile sind Asiasalate wie Mizuna und Mibuna immer mehr im Kommen. Ich liebe diese Salatraritäten aus Fernost seit meinem ersten Anbauversuch. Besonders für frühe Aussaaten von Februar bis März oder für späte Aussaaten von August bis September sind sie eine echte Alternative zu unseren europäischen Salaten. Sie sind frosthart bis etwa -12°C und die Ernte beginnt schon 6 Wochen nach der Aussaat. Manche Sorten sind etwas schärfer, manche etwas senfig  und manche  erinnern an Kresse. Sorten wie Mizuna, Rouge Metis, Grün im Schnee, Golden Frills, Garnet Giant, Osaka Purple oder Mibuna sind aus meinem Garten schon gar nicht mehr wegzudenken und ein fester Bestandteil der Salaternten im April, Mai, Oktober, November und Dezember.

Was bei Asiasalaten aber beachtet werden sollte ist, dass sie, anders als klassische Salatsorten, zur Familie der Kreuzblütler gehören. In dem Jahr, in dem Asiasalate auf einem Beet wachsen, und am besten auch im nächsten Jahr, sollten keine weiteren Kreuzblütler auf dem Beet gesät oder gepflanzt werden, da sonst die Gefahr für die Krankheit Kohlhernie besteht. Andere Kreuzblütler sind zum Beispiel Kohlarten, Radieschen, Rettich, Rüben, Senf oder Ruccola.

So ist bei mir seit ein paar Jahren eine ganzjährige Selbstversorgung mit Salaten möglich geworden. Ein Zugewinn im Garten und in der Küche, den ich nicht mehr missen will. Vor Allem die richtige Sortenwahl für die jeweiligen Anbauzeiten machen das absolut möglich.

GartenMiezMaria

Wie schön, dass Du zu mir gefunden hast! Ich heiße Maria, bin 29 Jahre alt und lebe in Bamberg.
Hier erfährst du, wie du mit einfachen Tipps nachhaltiger und umweltbewusster leben kannst, wie du auch mit wenig Platz die Natur in dein Zuhause holst und dich vielleicht sogar ein Stück weit selbst versorgen kannst!
In meiner Rubrik “Gartengeschichten” findest du zudem Inspirationen aus anderen Gärten und Herzensprojekten, die dich begeistern werden!

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